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Zusammenfassung Modellbahn-Umfrage 2007

Im vergangenen Dezember riefen der Bundesverband Deutscher Eisenbahn-Freunde BDEF und das Internetpor-tal werkstatt.code-x.de/modellbahn-links die Modellbahner zum zweiten Mal nach 2004 auf, an der größten deutschsprachigen Modellbahn-Marktanalyse teilzunehmen. Nur der BDEF und werkstatt.code-x.de/modellbahn-links hatten als neutrale Parteien die Möglichkeit, unabhängig wertvolle Informationen zu sammeln und allen interessierten Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Mehr als 6.400 Personen, vor allem aus Deutschland, aber auch aus der Schweiz, Benelux und Österreich, nutzten diese Gelegenheit, ihre Meinung über die Hersteller von Modellbahn-Zubehör zu äußern. Die knapp eine Million Einzeldaten wurden mittlerweile ausgewertet und konnten den Herstellern Anfang Februar beim ALBA-Abend zur Spielwarenmesse in Nürnberg überreicht werden.


Bei den Nenngrößen konnten fast die identischen Werte wie vor zwei Jahren ermittelt werden. So besitzen 73,7 Prozent der Befragten aus Deutschland eine Modellbahn in H0, gefolgt von den Nenngrößen N (18,8 %), 2 (8,7 %), Z (8,0 %), 1 (7,6 %), TT (7,3 %) und 0 (4,7 %). Da jeder Dritte mehr als eine Nenngröße besitzt, ist die Summe der Prozentzahlen größer als 100. Historisch bedingt gibt es bei den Nenngrößen immer noch einen Unterschied zwischen den alten und neuen Bundesländern. Im Osten ist TT mit 25,5 Prozent die zweitstärkste Baugröße. Mit der Nenngröße H0 beschäftigen sich 53,2 Prozent. Alle anderen Größen erreichen in etwa die gesamtdeutschen Werte. Betrachtet man nur die befragten Modellbahner die jünger als 30 Jahre sind, ist TT mit 14,2 Prozent vor N (12,3 %) die zweitstärkste Nenngröße, bei den über Sechzigjährigen ist TT mit 2,5 Prozent die am geringsten verbreitete Baugröße. Die historisch bedingten Unterschiede bei der Verteilung der Nenngrößen in den alten und neuen Bundesländern werden mittelfristig also verschwinden. TT wird den Marktanteil im Westen vergrößern und im Osten verringern, die anderen Nenngrößen werden im Osten hinzugewinnen.

Ein ermittelter Trend zeigt, dass mit 69 Prozent der Anteil der Modellbahner, die nach dem Vorbild einer Epoche bauen, weiter zunimmt. Die Mehrheit baut in den Epochen III und IV.

Nur noch jeder zweite Euro (51 %) wurde 2006 im Fachhandel ausgegeben. Der Branchenumsatz des Fachhandels in Deutschland sank entsprechend der Angaben des Bundesverbandes Spielwaren-Einzelhandel BVS von knapp 460 Mio. Euro im Jahr 2003 auf etwa 300 Mio. Euro im Jahr 2006. Dieses entspricht einem Rückgang von über 30 % in nur drei Jahren. 18 Prozent aller Gesamtausgaben landeten im Onlinehandel, 16 Prozent bei Onlineauktionen, 11 Prozent auf Börsen und Messen, der Rest in sonstigen Quellen. Gefragt nach den geplanten Ausgaben gab jeder Zweite (52 %) an, dieses Jahr soviel Geld zu investieren wie im Jahr zuvor. 29 Prozent wollen weniger oder viel weniger ausgeben, nur 13 Prozent hingegen mehr bzw. viel mehr. Die Umfrageteilnehmer gaben durch-schnittlich 1.114 Euro für ihr Hobby aus, davon 725 Euro für Neuware und 389 Euro für gebrauchte Artikel.

Das Durchschnittsalter der deutschen Umfrageteilnehmer betrug 45,3 Jahre. Dabei konnte wie schon in 2004 das Phänomen beobachtet werden, dass die Teilnehmer im Internet jünger waren (44 Jahre) als die Modellbahner, die den Papierfragebogen – der u.a. im Eisenbahn-Magazin beilag – zurückschickten (56,6 Jahre). Die Branche muss unbedingt die Nachwuchsarbeit intensivieren, wenn das Modellbahn-Hobby langfristig Bestand haben soll.

Nachdem 2004 der Schwerpunkt auf der Erhebung von Grunddaten, insbesondere zu den Herstellern von rollenden Material, dem Zeitschriften-Sektor und allgemeinen soziodemographische Daten lag, untersuchte die Analyse 2007 schwerpunktmäßig den Zubehörmarkt. Die Befragten konnten verschiedene Hersteller von Gebäudemodellen, Geländebau und Zubehör sowie von Modellautos individuell bewerten. Die Datensätze flossen in eine Matrix ein, die die Position des jeweiligen Herstellers im Vergleich zu den Wettbewerbern darstellte. Besonders positiv wurden die Innovationsfreude, die Maßstäblichkeit, die Detailliertheit und Beleuchtungsmöglichkeiten beurteilt. Die schlechtesten Noten bekamen die Hersteller erwartungsgemäß beim Preis-/Leistungsverhältnis.

Die Darstellung aller Auswertungen findet sich in einer Broschüre, die der Bundesverband Deutscher Eisenbahn-Freunde veröffentlicht hat. Im Internetauftritt des BDEF sind zudem die wichtigsten Auswertungen hinterlegt. Die Broschüre kann gegen eine Schutzgebühr beim BDEF bezogen werden. Auch bei den Messeauftritten des Verbandes, z.B. bei der Intermodellbau in Dortmund, und im Tagungsbüro beim Bundesverbandstag vom 15. bis 20. Mai in Berlin kann die Modellbahn-Marktanalyse 2007 bezogen werden.

Wir bedanken uns nochmals bei allen Lesern des Eisenbahn-Magazins, die durch ihre Teilnahme aktiv zum Erfolg der Umfrage beigetragen haben.

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