Nenngrößen in der Schweiz

Betrachten wir zunächst die Verteilung der Nenngrößen im schweizerischen Markt. Da etwa jeder vierte Modellbahner mehr als eine Spurweite besitzt, ist die Summe der Prozentzahlen größer als 100. Wie zu erwarten ist die Spur H0 auch auf dem schweizerischen Modellbahn-Markt nach wie vor die dominierende Größe. In 4 von 5 Modellbahn-Haushalten stehen Bahnen dieser Baugröße. Nur 16% der Schweizer Modellbahner besitzen oder sammeln Spur N, knapp gefolgt von Spur 0 und Spur 2. Auf den Plätzen folgen Spur Z und Spur 1. Die TT-Bahnen haben in der Schweiz kaum Bedeutung. Andere Größen spielen in der Schweiz ebenfalls kaum eine Rolle. Die wenigen hier gemachten Angaben bezogen sich hauptsächlich auf die Wesa-Bahn (13mm), sowie 5″ und 7″.


Abb.: Nenngrößen - Schweiz

Abb.: Nenngrößen – Schweiz

Vergleicht man diese Daten mit den Ergebnissen aus anderen europäischen Ländern , ist erwähnenswert, dass die Baugröße N in der Schweiz mit 16,2% die geringste Verbreitung in Mitteleuropa aufweist. Hingegen ist die Spur 0 mit 12,8 % in der Schweiz überdurchschnittlich stark vertreten.

Gut 3/4 der Modellbahner konzentriert sich auf eine Nenngröße, jeder sechste besitzt eine zweite Nenngröße. Diese Verteilung stimmt statistisch mit den deutschen Daten überein. Die geringen Abweichungen erklären sich durch natürliche Schwankungen. In der Schweiz besitzen 92,3 % maximal 2 unterschiedliche Nenngrößen, in Deutschland ist diese Gruppe 93,7 % groß.

Tab.: Anzahl verschiedener Nenngrößen

Auffällig ist hier, verglichen mit den deutschen Daten, dass der Anteil der Normal- und Schmalspurbahner für H0 signifikant höher ist. In Deutschland erreicht diese Gruppe 11,6%, in der Schweiz sind es 40%. Noch deutlicher ist der Unterschied bei den Größen Z, N, 1 und 2. In Deutschland liegen die Werte bei 3,8%, 4,7%, 6,5% und 17,4%. In der Schweiz liegen die Werte teilweise um das 10-fache höher.

Tab.: Verteilung von Normalspur und Schmalspur

Tab.: Verteilung von Normalspur und Schmalspur

Die geringe Präsenz bei N und Z dürfte auch auf eine geringes Marktangebot, vor allem von einigen Kleinserienherstellern, zurückzuführen sein.

Werfen wir einen Blick auf die Verteilung der Nenngrößen unter Berücksichtigung von Altersklassen. Auch zukünftig wird H0 die dominante Größe in der Schweiz bilden. Auffällig sind aber zwei Trends. Bei Modellbahnern unter 30 Jahren sind die Spur 2 und N gleichauf. Die N-Bahner sind bei den jungen Befragten unter Durchschnitt vertreten, die Spur 2 Bahner liegen hingegen über dem Durchschnitt aller Befragten.

Abb.: Nenngrößen nach Altergruppen U30 und Ü60

Abb.: Nenngrößen nach Altergruppen U30 und Ü60

Nach diesen Daten scheint die Spur 0 zukünftig der große Verlierer zu sein. Ist in der Gruppe der Personen ab 60 Jahren der Anteil noch bei 18,8%, liegt er bei den unter 30-Jährigen nur noch bei 3,4%. Das ist gerade noch ein Fünftel. Das gleich Phänomen war bei der deutschen Analyse zu beobachten. Hier lag der Unterschied bei 4,3% (ab 60) zu 1,2% (unter 30).

Der Anteil der schweizerischen Modellbahner in dieser Umfrage, die sich maximal 5 Jahre mit dem Hobby beschäftigen (also ca. ab Januar 2000) beträgt 6,2%. Man darf hier aber keine Rückschlüsse auf die Allgemeinheit ziehen. Wie wir später noch sehen werden, beginnt der Großteil im Alter bis 20 Jahren mit dem Hobby. Diese Gruppe ist aber immer noch stärker im Internet vertreten als ältere Personen. Der wirkliche Wert kann also durchaus etwas niedriger sein. Diese Annahme wird unterstützt durch die Tatsache, dass der Anteil der Neu-Modellbahner (bis 5 Jahre) bei den Papierrückläufern aus dem Eisenbahn-Amateur nur 3,2% beträgt, bei der Online-Umfrage waren es jedoch 7,9%.

Abb.: Nenngrößen - Hobby-Einsteiger

Abb.: Nenngrößen – Hobby-Einsteiger

Ein Trend lässt sich hier trotzdem ablesen. Bei den großen Spuren fehlt der Nachwuchs. Zusammengerechnet erreichen 0, 1 und 2 bei den Neu-Modellbahnern 8,5 % gegenüber 31,3 % bei allen anderen. Auch wenn, wie bereits erwähnt, mit zunehmendem Alter eher auf größere Spuren zurückgegriffen wird, scheinen diese Segmente zur Zeit von der Substanz zu leben. Die hier tätigen Anbieter und Händler sollten ihre Anstrengungen zur Gewinnung von Neukunden merklich intensivieren.